Seelenfluegel - Fotografie und Poesie / Teil 2.

Von Engeln und Lichtgestalten, von der Liebe, dem Leben und der Sehnsucht

Von Freude, Schönheit, Ohnmacht, Schmerz und Hoffnung

Seelenfluegel - Fotografie und Poesie - Helga Jaramillo Arenas


Schutzbefohlen

 

Versteckt unter den Flügeln des starken Adlers,

geschützt und gehalten, umsorgt und gehegt,

will ich mich in die eisigen Winde mit ihm erheben,

geborgen und gänzlich meiner Ängste entledigt.

 

Kreisend über dem Leben, gewahr werdend meines suchenden Herzens,

welches die Liebe entdecken und den Kampf nicht aussäen will.

 

Abgegrenzt, hoch oben am endlosen Himmelsgewölbe,

als der liebevoller Begleiter des Bewahrers,

um mit ihm gemeinsam mein Wesen der Furcht zu betrachten...

und um endlich meine Schwäche zeigen zu dürfen,

die dennoch meine Stärke ist und um an ihr wachsen zu dürfen.

 

März 2019

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Ein Schutzengel

 

Ein Engel ist zu Dir gekommen

hat viel zu Dir gesagt,

Die Stimme hast nur Du vernommen,

nach Dir hat er gefragt.

 

Sprach: "Pass auf und achte Dich,

wenn es sonst Niemand tut,

damit nicht Deine Seele bricht

und nicht verlierst den Mut.

 

Auch suchen Menschen oft den Streit

und wollen Dich bezwingen,

in manchen schlummert Hass und Neid,

Macht wollen sie erringen.

 

Doch soll Dein Herz stets bleiben rein

und offen für das Gute.

Dann kann das Leben glücklich sein,

mit Liebe voller Mute.

 

Bleib´  Dir stets treu und gut zu Dir,

damit kannst Du Dich schützen,

ich steh´ zu Dir, bleib´ immer hier

und will Dir hilfreich nützen.

 

Ich schenke Dir das Lebensglück,

erfüll´ geheimes Hoffen,

geb´ Dir Zufriedenheit zurück

und bin für Ängste offen.

 

Ich strecke meine Arme aus,

will Dich damit umfangen

und schaue auch auf Hof und Haus,

schenk´ Dir stets Schutz im Bangen.

 

Auf Deine Freunde acht´ ich sehr,

so dass sie lange bei Dir sind,

euch schütze ich und vieles mehr,

ein Kreis, der Glück und viel Erfüllung bringt.

 

Dass auch die Liebe bei Dir sei,

sie soll Dir niemals fehlen,

schenkt Tiefe Dir im Alltagseinerlei

und darauf kannst Du zählen.

 

Wenn auch der Schmerz Dich plagt ganz groß,

dann musst Du nicht verzagen,

es ist für eine Zeit doch bloß,

auch Neues wirst Du wieder wagen.

 

So gehe ich denn stets mit Dir,

beschützend auf allen Wegen,

begleite Dich im Jetzt und Hier

und achte auf Dein Leben."

 

April 2010

                                                                                                                                                                                                                                                                                           

                                                                                                                                                                                                                                                                                               Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas

 


Für meine Mutter

 

Auf dem Weg zurück

 

Du liegst bleich und still

beim Betreten des Weges

- zu Dir und in

die Tiefe Deiner Seele.

 

Spinnst Dich ein

in die Erinnerung

der Kindheit.

Weit, weit zurück,

tief in die Vergangenheit

von jeglicher

Last und Angst befreit

und bar aller Sorgen.

 

Enger webst Du Dein Netz,

bist in der seligen Entfernung

Deines Alters gefangen

und fühlst Dich ihm doch ganz nah,

nah bei Dir, der alten Frau,

die Dir mit weißem Haar

und wie in einem Traum entgegen lächelt.

Furchen im Gesicht und

der Körper krank und schwach,

die Augen geschlossen und gleichwohl

sehend und Leben im Angesicht.

Und ich gehe mit Dir

zurück an die Orte der Erinnerung...

 

...und ebenso blickt mich

aus diesem Gesicht

das kleine Mädchen an.

Mit den schwingenden Zöpfen

und den roten Sandalen an den Füßen.

Und wieder will es tanzen

und im Bach durch das Wasser waten,

die Schmetterlinge einfangen,

um mit ihnen über die Wiesen zu gleiten,

die so groß waren wie die weite Welt.

 

Verwoben im kindlichen Sein

und gleichsam in der Gelassenheit des Alters,

welch ein seliger Traum,

welch sinnliches Behagen.

Ein Lächeln scheint sich in

Deinem Gesicht zu spiegeln,

zart wie ein Hauch

und nur zu erahnen.

In die greisen Züge drängt sich

die weiche Glätte der Kindheit,

leuchtet hell auf

wie sanfter, kalter Marmor.

 

Ein Gänseblümchen ruht in Deiner Hand,

die nun in meiner ruht.

Es ist meine letzte Gabe

und unser Band

für das Gestern und Morgen,

die Brücke von dem Leben bis hin in den Tod.

 

In Lieblichkeit welkt es dahin

und wird Dich begleiten.

Es trägt meinen Kuss,

der Dich nicht verlassen wird,

bis auch ich eines Tages

in diese tiefe Erinnerung versinke...

...auf dem Weg zurück,

gleichsam zu Dir.

 

Oktober 2011

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas

 


Die Zeit

 

Die Zeit,

wie sie mir

entschwindet!

 

Ich kann

und will

sie nicht

halten...

 

Gelassen

möchte ich

in sie

hineinfallen...

 

...und einfach

vergessen,

daß man

sie zählt.

 

November 2010

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Tränen

 

...und ich werfe meinen Mantel,

übers gramgebeugte Haupt.

Verhülle mich, erlieg dem Wandel,

Tränen nur sind mir erlaubt.

 

Leben muss dem Tode weichen,

rinnen auch die Seufzer schwer,

von den blassen, schweren Lippen,

bitte ich auch noch so sehr.

 

Es wird sich kein Erbarmen zeigen,

flehe ich auch demutsvoll.

Nun kommt für mich der letzte Reigen,

mir hilft kein Hadern und kein Groll!

 

Doch die Tränen will ich lassen,

schweren Herzens und in Not.

Kann ich es auch gar nicht fassen,

kommt am Ende doch der Tod.

 

Muss den schweren Weg nun gehen,

wer wird mein Begleiter sein?

Fasst mich nun ein letztes Sehnen,

halte mich, trotz Angst und Pein.

 

Spür´ die nicht geweinten Tränen,

fühle mich ganz schwach und klein!

Möchte mich im Schutze wähnen:
Engel, lasst mich nicht allein!

 

März 2011

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas

 


Der Weg der Endlichkeit

 

Voller Liebe

ist der Abschied

und die Suche

nach Trost!

 

Und gar sehr

beweinen wir

den schmerzlichsten

aller Verluste.

 

Ach, wie so

menschlich

zeigt sich nun

das Antlitz,

tief aus

dem Innern

und in ehrlichster Form.

 

Sehen wir

im Tode

die eigene Ohnmacht,

nicht gebunden

an das Erdendasein!

 

Und spüren

die Demut

im Gedanken

an unser

kleines Leben

und die

Hoffnung

im allertiefsten

Sehnen

nach

 Geborgenheit.

 

Entblößt doch

der Tod

das wahre Bestreben,

im innigen Ruhen

den Frieden

zu finden.

 

Die Sehnsucht

wird dort

vielleicht

zur Erfüllung,

ich will

mich nicht

fürchten,

denn -

wann immer,

sterben muss sein!

 

Juli 2011

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                               Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Verlorene Schwester

 

...und hattest dich abgewandt,

mich verlassen ohne Gruß.

Gehst so lange auf Deinen Wegen,

doch begegnest Du mir,

sehe Dein Angesicht

im Gegenüber von mir.

 

Stehst auf der Straßenseite,

wartend...

oder auf der Parkbank,

im Nirgendwo.

 

Erkennst mich nicht,

schaust nicht nach mir,

gehst an mir vorbei im Gedränge,

unachtsam und gleichgültig.

 

Die verlorene Schwester,

im Sog der großen Stadt,

alt geworden, so alt wie ich.

 

Entgangene und verlorene Jahre ohne Dich?

Vergessene und die für immer verlorenen

Worte - sind sie verpasst, oder schlafen sie?

 

Meine Hände wollen Dich nicht mehr greifen.

Atemlos durchzieht sie der trauernde Hauch

der sich Abschied nennt.

Bin voller Wehmut und doch auch gleichgültig,

immer nur das eine Gefühl,

die dumpfe Betäubung weicht nicht!

 

...was bleibt ist einzig

das sehnsuchtsvolle Bild der Erinnerung.

 

 

 Mai 2017                                            

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


         Geigenklänge

 

Geigenklänge dringen durch das geschäftige Rauschen

und dem schnellen Atem der großen Stadt.

Eilende Schritte hasten an mir vorbei und verwandeln sich

durch den Zauber der Musik zu einer Prise des Windes.

 

Geigenklänge, sie druchströmen mein Herz.

Vergessen will ich das Neonlicht

und die Flut der geschäftigen Städter.

 

Ich schalte die lauten Rufe aus

und lausche dem Traum von Sehnsucht und Wehmut.

 

Geigenklänge, ihr sanftes Seufzen

schmiegt sich an meine vergessenen Träume.

Leise wiegen sie sich in meinem Herzen

                     und wild klopft diese verblasste Erinnerung.

 

                              Sanfte Klänge, voller Melancholie

                             haben meine Seele erneut geöffnet

                   und schenken mir die Lust auf den Neubeginn.

 

                   Abstreifen will ich das, was mich gefangen hält

                        um endlich die neuen Wege zu suchen.

                    ...und zarte Geigenklänge versprechen mir,

                            dass neue Wunder auf mich warten.

 

                                                   

                                                                                              Mai 2017 

 

                                           Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas 

 

 


Seelenreiter

 

Verzagt in ihrer Verletzlichkeit,

liegt sie nun da,

da Liebe!

 

Hat uns die Geschichte eingeholt

und nimmt den leichten Atem

um in Unbeschwertheit

noch das Glück zu empfangen.

 

Doch will ich nicht zögern,

die Schönheit der einstigen Liebe

in meinem Herzen zu behüten.

Und Trennung

kann es wahrhaft nicht geben,

so wie auch die Liebe

immer wahrhaft ist.

 

Bleibst in meinem Herzen

wie ein lebensfroher Atem,

wie damals, als mein Herz wild klopfte

und die Melodie "Für immer" hieß.

 

Die zarte Blüte der Liebe war unser

und Vertrauen nannte sich die Kraft,

die ich in meiner Liebe spürte.

 

Du hast mir den Abschied gegeben

und ich habe ihn entgegen genommen,

um unserer Liebe Willen,

auch wenn ich dachte daran zu zerbrechen 

und sich das Licht auf ewig verdunkeln würde

und der Schmerz  mein

endloser Begleiter sein würde.                                 

 

Bist nicht bei mir geblieben,                                      

auch wenn Du mein ganzes Leben                               

und die Treue bedeutet hast.                                     

Doch meine Liebe                                               

ist die Treue zu mir selbst.                                        

 

So waren wir kurze Zeit nicht zu trennen                         

und glaubten uns stets verbunden auf ewig,                     

gehalten wie durch ein unsichtbares Band,                      

welches nur eine Sprache kennt.                               

 

Ich lasse los                                                 

und begebe mich in die Zuversicht                            

sehnsuchtsvoller Träume.                                  

 

So sind wir Seelenreiter,                                  

über alle Weiten des Himmels und der Erde                

und im Gedanken innig vereint.                          

 

Januar 2017                                            

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas                            


Zwischen den Welten

 

Ach, dunkler Tod ich mag dich nicht!

Du willst mir nicht gefallen.

Arg böse ist dein grausam´ Blick,

packst mich mit groben Krallen.

 

Oft habe ich dich nun geseh´n,

denn alles muss einst enden,

so spür´ ich keine Freud´ an dir,

denn du lässt dich nicht blenden.

 

Durch dich kommt, Kummer, Schmerz und Pein

und Angst wächst hoch in mir.

So schwer soll nun das Ende sein,

noch will ich nicht zu dir!

 

                                                                                                                                                    Das Leben ist so bunt, so schön,

                                                                                                                                                      entzückt und lacht mit Freude.

                                                                                                                                                      Will einfach nicht von Erden geh´n,

                                                                                                                                                       nicht morgen und nicht heute.

 

                                                                                                                                                      Wie soll ich all´ dies lassen nur?

                                                                                                                                                      Denn halten möchte ich die Pracht,

                                                                                                                                                      was mir vertraut und wohlig ist,

                                                                                                                                                      will mich nicht beugen deiner Macht.

 

                                                                                                                                                      Doch weiß ich, dass dies töricht ist,

                                                                                                                                                      mein Hadern trag´ ich nun nicht weiter,

                                                                                                                                                      du bleibst der Freund, der du einst warst

                                                                                                                                                        und ständiger Begleiter.

                                                                                                                                                         Der kommen mag zur rechten Zeit,

                                                                                                                                                        halt dann die Türen offen.

                                                                                                                                                         Vergessen will ich Angst und Leid,

                                                                                                                                                         auf deine Gnade hoffen.

 

                                                                                                                                                           Ja, ja, ich weiß! Geb´ mich nun drein

                                                                                                                                                           und will auch nicht mehr klagen,

                                                                                                                                                           mein Wunsch war es, ach, glaubt es mir,

                                                                                                                                                          dies einmal laut zu sagen.

 

                                                                                                                                                            März 2011

 

                                                                                                                                                                                                            Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Umarmung des Lebens

 

Ich gehe dem Licht entgegen,

spüre die Freude

eines vollkommenen Tages

und das Lächeln meiner Seele.

 

Insekten summen

für mich ihre Weisen

und Schmetterlinge umtanzen mich.

 

Bunte Blütenköpfchen

nicken mir lieblich zu

und tragen zarte Farben

in mein Herz.

 

Leise schenkt mir die Sonne

ihre Zärtlichkeit

und der Wind

raunt mir die Geheimnisse

des Lebens in die Seele.

 

Ich bin in freudiger

Ehrfurcht gefangen,

ich staune über den Liebreiz

und die behutsame Stille.

 

Und bin so dankbar,

dass mein Leben

mich so liebevoll umarmt.

                          

Ich spüre, wie ich abgleite

in mein ureigenes Sein

und ich fühle mich so frei.

 

Spüre wie mein Blut

im Reigen des Lichtes

Lebenslust verströmt

und die Fröhlichkeit

mich liebkosend umhüllt.

 

Juli 2012

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas

 


Im Schutze der Engel

 

Engel erkennen Dich

in Deiner tiefsten Seele

und wissen um

Deine Verletzlichkeit.

 

Sie betrachten Dich

gänzlich wertfrei.

 

Ihr himmlisches Wesen

ist durch Einfühlung

 und Verständnis geleitet.

 

So begleiten sie uns

mit Liebe und Beständigkeit

                                                                                                                                                   und umschließen Dich

                                                                                                                                                     allzeit beschützend.

 

                                                                                                                                                        Darum gehe getröstet,

                                                                                                                                                       zuversichtlich

                                                                                                                                                          und sicher Deines Weges.

 

                                                                                                                                                           Juni 2011

 

                                                                                                                                                                                                                  Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


...und öffne die Pforte

 

So öffne ich die Pforte

und gedenke meiner Toten.

 

Dezember, du traurige Zeit

die über mich hereingebrochen ist.

Der Kummer, Schmerz und die Trauer

sind mir von unendlicher Dauer.

 

Dezember, du dunkle Zeit.

Gedanken machen sich auf die Reise

um leise meine Toten zu beklagen

und ich möchte euch Worte zu Abschied flüstern.

 

Dezember, du einsame Zeit,

der Verlust ist so brennend zu spüren.

Diese Lücke, die `für immer` heißt

beständig neue Wunden reißt.

 

Dezember, du lichtlose Zeit,

die Zeit sich zu besinnen,

ein Stück wohl in die Zukunft zu sehen,

zu wissen, dereinst werde auch ich von hier gehen.

 

Dezember, du stille Zeit,

ich spüre so deutlich den Wandel.

Den Kreislauf von Leben und Sterben,

vom steten Vergehen und Werden.

 

Dezember, du kraftvolle Zeit,

gern will ich mit Hoffnung vertrauen,

will mich in Demut dem Kreislauf ergeben,

immerfort, bis zum Ende von meinem Leben.

 

November 2011

                     

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Einst...

 

Lange Zeit war meine Seele verstört,

war gefangen in der Trauer,

um die Erkenntnis eines schmerzenden Verlustes.

...einst hatte ich einen Freund!

 

Ja, einst hatte ich einen Freund,

er war stark und er konnte mich leiten.

Ich lehnte mich an, wie an einen Baum

und er gewährte mir seinen Schutz.

 

Einst hatte ich einen Geliebten,

er ließ mich ruhen

und ich versenkte mich in den Schlaf,

übergab mich in die Arme der lieblichen Träume

und ich war bewacht und sammelte Kraft

                                                                                                                                                                     und war behutsam umsorgt.

 

                                                                                                                                                                   Einst lauschte ich einem großen Erzähler,

                                                                                                                                                                   er sprach mit mir über das Licht der Liebe

                                                                                                                                                                     und wärmte mich mit seinen zärtlichen Worten.

                                                                                                                                                                 Meine Sehnsucht hatte ein zu Hause

                                                                                                                                                                     und die Seele die tiefe Bindung gefunden.

                                                                                                                                                              

                                                                                                                                                                 Denn einst sprachen wir die gemeinsamen Worte,

                                                                                                                                                                sie wurden verstanden und verließen

                                                                                                                                                                  dennoch niemals unseren Mund.

                                                                                                                                                                  Wir überließen uns glücklich der endlosen Nähe

                                                                                                                                                                  und gaben uns dem gleichen Atem hin,

                                                                                                                                                                 ein Erkennen der Seelen bis in den tiefsten Grund.

 

                                                                                                                                                                   Nun lasse ich los, will nichts mehr halten!

                                                                                                                                                                 Will nur bitten für ihn, mit der Kraft meines Herzens:

 

                                                                                                                                                                 "Ach bitte, begleite Dich immer die Liebe, das Licht,

                                                                                                                                                               sei geschützt auf all´ Deinen Wegen!

                                                                                                                                                                 Beschützt und geleitet von den liebenden Engeln,

                                                                                                                                                                sie werden Dir schenken die stärkende Zuversicht,

                                                                                                                                                                nicht endete Kraft und immerwährenden Mut,

                                                                                                                                                                  sei alles in Deinem Leben stets glücklich und gut!"

                                                                                                                                                           

                                                                                                                                                                Oktober 2016

 

                                                                                                                                                                                                                                                         Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Sehnsuchtsland

 

...und immer wieder

holt sie mich ein,

diese übermächtige Sehnsucht!

 

Sie zieht mich an unbekannte Orte,

welche der Seelenerinnerung

entsprungen sind.

 

Ja, es zieht mich fort,

so sehnsuchtsvoll...

und mit starker Kraft!

An die Plätze der Glückseligkeit,

weit meinem Heim entfernt

und dennoch so nah bei mir.

 

In meinen Gedanken

gehe ich fremde Wege,

atme namenlose Düfte

die mich mit Spannung umschließen

und spüre eine vertraute Freude in mir.

 

Wie liebe ich sie,

diese unentdeckte Fremde!

Ich stürze mich mit mir allein

in diese fremde Gesellschaft

und lasse mich mit Freude beglücken.

 

So lasse ich mich gehen,

um mich an fremden Orten

immer wieder auf erneute Weise

zu finden.

 

Mai 2012

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Das Lächeln der Engel

 

Das Lächeln der Engel

mit Sanftmut, in Schönheit

trifft unsere Seele,

liebkost allen Schmerz.

 

Sie schenken uns Stärke

im Wandel des Lebens,

groß ist ihre Kraft

und offen ihr Herz.

 

Und lassen uns hoffen,

im bangen und zweifeln,

sie gehen mit uns

und halten stets Wacht.

 

Denn ihr zärtliches Lächeln

ist aus der Liebe geboren,

im tiefblauen Himmel,

so schützend und sacht.

 

Oktober 2010

   Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas

 


Seelenheim

 

So belanglos meine Gedanken,

um die Sorgen, um die Nöte!

 

Was letztendlich bleibt ist die Gewissheit

über die Endlichkeit allen Lebens

und der ungewisse Weg

in das Reich des Todes.

 

Aller Ballast sollte weichen,

um zurückzukehren zu meinem Beginn...

und der Kreis sich schließt,

der einst mit meinem ersten

Atemzug begonnen hat.

 

Denn dereinst verlasse ich meine Schwere,

die so anfällig, verletzlich und zart

und auch gebrechlich ist,

um aufzusteigen in die Leichtigkeit

eines unbekannten Seins.

 

Doch bis dahin möchte ich

getröstet und ohne Sorge sein.

Ich möchte das Lachen meines Herzens

in der Seele meiner Liebe gespiegelt hören,

Freude tief empfinden -

in meinem Erdenheim.

 

Ich will in die Liebe eintauchen

und genussvoll von den Sternen

der mich  wärmenden Sonne kosten!

Das Licht in meinem Herzen fühlen

und den Wind in meiner Seele.

Zweifel und Ängste sollen ersticken

und das Grübeln fortgejagt werden -

 

- um dereinst die Erde in Liebe,

Demut und Dankbarkeit zu verlassen,

damit ich in Frieden ziehen kann,

in ein schützendes Heim!

 

März 2012

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Allem entflohen

 

Die offenen Wunden

in der trostlosen Seele,

sie schmerzen und brennen,

sie trägt sie geschickt

hinter Masken versteckt.

Und im großen Getümmel

desalltäglichen Gleichklangs,

sind die schmerzenden Stellen

mit grauem Blut bedeckt.

 

Hinter den Türen

der verschlossenen Seelen,

lauert die Angst

und frisst bedrückt aus der Hand,

die leeren Phrasen,

                                                                                                                                                               durchtränkt mit faulender Süße,

                                                                                                                                                                 die leeren Versprechen,

                                                                                                                                                               die sich als Lügen entpuppen,

                                                                                                                                                                in diesem so groß gelobten Land.

 

                                                                                                                                                               Wo ist das zu Hause,

                                                                                                                                                             der Platz für die Sehnsucht,

                                                                                                                                                               das zarte Erwachen

                                                                                                                                                              ohne Hass, von der Liebe beseelt

                                                                                                                                                             und in Zartheit und Glück.

                                                                                                                                                            Hier im Land der Missachtung

                                                                                                                                                          und sinnlosen Zerstörung,

                                                                                                                                                          wo heilen ihre Wunden?

                                                                                                                                                           Doch gibt es wohl kein Zurück!

 

                                                                                                                                                          Doch der Atem des Lebens

                                                                                                                                                          soll sie mit Freiheit umschließen,

                                                                                                                                                            will gedeihen in Freude,

                                                                                                                                                           damit endlich wachsen kann

                                                                                                                                                          was die Liebe nur ist,

                                                                                                                                                          es zieht sie ins Land

                                                                                                                                                           mit einer endlosen Sehnsucht,

                                                                                                                                                          in welchem sie frei ist

                                                                                                                                                            und der Frieden sie küsst.

 

                                                                                                                                                           Juli 2012

 

                                                                                                                                                                                                              Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Madame

 

Madame kennt keine Bitte,

weil sie so gern befiehlt!

Madame ist niemals ehrlich

und hat ihr Leben nur gespielt.

 

Madame spürt keine Liebe,

Madame gibt nur ihr Geld -

sieht nicht die Herzen Anderer,

kennt nur die eigne Welt.

 

Madame will alles fressen

und spürt nicht den Genuss,

was man ihr freundlich gibt,

erzeugt ihr Überdruss.

 

Madame verschenkt kein Lachen,                                   denn sie bewahrt den Stil.                                

Die Sucht nach großer Macht,

das ist ihr Lebensziel.

 

Madame muss für immer fort,

doch schwer fällt ihr das Gehen,

auf diesem Weg zum allerletzten Ort,

sie will es nicht verstehen.

Ihr fehlt die zarte Hand,

die Trost und Liebe spendet,

einsam und krank

verlässt sie ihren Hort,

bemerkt Betrug,

sie hat ihr Leben

nur verschwendet!

 

Madame regierte und benutzte,

kaltschnäuzig, hart in ihrer Art

und in steter List.

Zum Dank verlangte sie Gehorsam

und dass man ihre Flagge

nächtlich hisst.

 

Was sie gesucht,

war doch vielleicht die Liebe,

im kranken Herze

einsam und allein.

Und mit der Hoffnung

dass sie für immer bliebe...

 

...und gut versteckt,

ein Stück im Inneren,

war doch vielleicht

ganz ehrlich und auch rein!

 

Mai 2012

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Die Kälte im Herzen

 

"Liebster, Ach Liebster!

Sieh´ nur die Kälte,

sie greift mich so schwer!

Sie friert ein mein Herze,

lässt es erstarren im Schmerze,

was kann es bedeuten?

Es fröstelt mich sehr!"

 

"Mein trauriges Kindchen,

wie sag´ ich es bloß?

Der Tod ist gekommen

und hat Dir genommen,

was Du so sehr liebtest,

so innig und groß!"

 

Wie soll sie es begreifen,

was ist bloß gescheh´n?

Oh, welch´ großes Leid

im schneekaltem Kleid,

gebeugt schwer von Trauer,

kann sie nicht besteh´n!

 

Schickt ihr doch endlich

die Sonne, so mächtig und warm,

mit Liebe und Licht,

damit das Herz ihr nicht bricht

und die arme, gequälte Seele,

haltet sie fest im tröstenden Arm.

 

Dezember 2010

                                                                                                                                   

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas 

                                                                                                                                                                                                                                                                                   


Der Schmerz über die Endlichkeit

 

Groß spüre ich

den schweren Atem

von Jener -

die wir die

Endlichkeit nennen.

 

Sie brennt so sehr

in meiner Seele.

 

Und in die Trauer

mischt sich Angst,

ich spüre voller Weh,

dereinst muss ich gehen!

 

Was wird bleiben?

 

Ach, lasst mir doch

ein wenig Erinnerung

an die Liebe,

die mich getragen.

 

Und wenn ich dann

bei euch Engeln weile,

so schenkt sie meiner Seele

ein zärtliches Heim.

 

April 2012

 

 Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas 


Trauer in den Raunächten

 

Wir haben uns verabschieden müssen,

doch wurden wir nicht gefragt,

ob wir bereit dazu sind.

 

Weit weg seid ihr gegangen,

in eine dunkle, unbekannte Welt,

tief hinab in das Erdenreich

und in das Land

der geisterhaften Mächte!

Doch wünschen wir,

ihr wäret hier bei uns.

 

Ach, dürften wir euer Lachen hören,

die Stunden der gemeinsamen Heiterkeit

erneut erleben.

So gerne würden wir euch

entgegen gehen,

die Arme weit geöffnet,

um euch in Freude zu umschließen.

 

Doch wenn wir uns umschauen,

dann sehen wir uns allein,

allein und verlassen!

 

Und wir halten euch geborgen

in der Erinnerung,

getragen in unserem Herzen,

als Teil unserer Wurzeln

und mit der Hoffnung

auf ein Wiedersehen,

                                                                                                                                                                                            in einer anderen Welt!

 

                                                                                                                                                                                                 Dezember 2010

                                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                                                                                        Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas 

 


Im Fluge der unbegrenzten Zeit

 

Ich spüre die Zeit

und bemerke, wie die Schatten wandern,

stetig, gleich einer geheimen Weisung folgend.

Schmerzliche Melodien mischen sich

in meine unbeschwerten Lieder.

Sehnsuchtsvoll und mächtig

suchen sie die Orte der Erinnerung

und fallen wie stürzende Vögel vom Himmel,

um erneut wieder aufzustreben,

sich neue Welten erobernd,

die aus der Vergangenheit geboren sind!

 

Und ganz leise kann ich spüren,

dass es sie nicht gibt, die Beiden,

die wir Vergangenheit und Gegenwart nennen

und auch nicht eine Zukunft!

Denn die Zeit ist ein lichtes Rad,

welches sich unstet dreht

und dabei nicht lenken lässt.

 

Mal taucht es ein in die tiefsten Tiefen

einer unergründlichen Dunkelheit,

in die Stille der Finsternis und des Ungehörten,

dann schnellt sie empor in das helle Licht

der pulsierenden Atemlosigkeit,

der schweren Seufzer des Glückes

und nicht zählbaren Stunden.

Manchmal sind sie kurzlebig wie ein Atemzug

und dennoch mit der Unendlichkeit beseelt.

 

Und wir wandeln zwischen den Welten

sind getrieben von der Hoffnung                                                         und dem Verlangen nach Erfüllung

bei der Suche nach uns Selbst

und dem seligen Finden im innigen Sein.

So lauschen wir der geheimen Melodie,

welche groß und mächtig unsere Seelen berührt,

erkennend ihre Schmerzlichkeit

und berauscht von dem Taumel ihres Glückes,

welches tief in unserer Seele

zu erneutem Klange erwacht.

 

Und so will ich, befreit von der Zeit,

zärtlich im Fluss des Lebens treiben,

umflossen von den Tränen,

die das Geschenk des Glückes sind.

Sorgsam kann ich mich mit ihnen umschließen,

verzaubert durch den Glanz des Mondes

und wärmend von der Sonne durchflutet,

um mich endlich zu ergeben,

in den Strudel der gänzlich unbegrenzten Zeit.

 

August 2012 

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas 

 


Auf der Suche nach Schutz

 

Ach, wenn doch ein Engel käme

und küsste mich ganz sacht!

Trost mit dem Kusse schenkte

und neue Lebenskraft.

 

Und hätte die Sorgen mit Sanftmut genommen,

von den Schultern die Last so schwer,

vertrieb mir all´ meine Trauer,

so weinte ich wohl nie mehr!

 

Und nehme fort meine Ängste,

gäbe mir ein Versprechen für den Tag:

Einen Tag ohne Schwere und Nöte,

einen Tag ohne Kummer und Plag.

 

                                                                                                                                                                      Schenkte mir ein Leuchten in schweren Zeiten,

                                                                                                                                                                                              beschrieb mir damit meinen Weg,

                                                                                                                                                                 geleitet von Engelshänden,

                                                                                                                                                                  ganz sicher auf jeglichen Steg!

 

                                                                                                                                                                    Die Hoffnung, sie wird neu geboren,

                                                                                                                                                                      von der Liebe im Engelsblick,

                                                                                                                                                                       nun spüre ich Kräfte wachsen,

                                                                                                                                                                     der Mut kehrt zu mir zurück!

 

                                                                                                                                                                        Gewichen sind Schwäche und Zweifel,

                                                                                                                                                                         kein Schatten mehr über mich fällt,

                                                                                                                                                                          ich spüre jetzt großes Vertrauen,

                                                                                                                                                                         weil ein Engel mich sicher hält!

 

                                                                                                                                                                          Januar 2011

 

                                                                                                                                                                                                                                     Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas 

 


Sie streut Rosen auf die Welt

 

Wenn die Trauer Einzug hält,

streut sie stets ihre Blüten.

Beglückt damit die ganze Welt,

bringt Trost, der herzen zart erhellt,

will uns damit behüten!

 

Sie nimmt die Trauer in den Arm,

singt zärtlich leise Lieder:
"Habt keine Angst im Seelenleid,

im Herzen seid ihr nicht entzweit

und findet euch dort wieder!"

 

April 2012

 

 Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Samhain

 

Geheimnisvolle Zeit der Geister und der Seelen,

nun haltet ihr mich mit eurem Geheimnis gefangen,

doch in der Dunkelheit scheint es zum Greifen nahe!

 

Wir sind in einen unruhigen Schlaf getaucht,

er lässt die Farben in einem Gleichmaß

aus Schwarzgrau erscheinen und ihr,

ihr tragt ein Kleid aus Gespensterhaftigkeit und Übergang.

 

Verhaltenes Raunen und Flüstern dringt zu mir,

so dass ich den Atem der toten Seelen spüren kann,

damit er mir Bilder aus der Vergangenheit schenkt

und die Verbindung zu meinen Toten...

 

Nun ist die Zeit der Erinnerung,

in dieser Nacht für die Toten!

                                                                                                                                                                                              Lasst mich heute mit Jenen sprechen,

                                                                                                                                                                        die mich zurückgelassen haben.

                                                                                                                                                                   Ich gedenke eurer und habe euch nicht vergessen.

 

                                                                                                                                                                  Gesichter die auftauchen aus dem Nichts!

                                                                                                                                                                   Ich entzünde für euch die Kerzen,

                                                                                                                                                                    damit ihr auch in der Dunkelheit erkennt,

                                                                                                                                                                    dass ihr in meinem Herzen weiterlebt!

 

                                                                                                                                                                    Dezember 2009

 

                                                                                                                                                                     Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas 

 


Von Liebe ummantelt

 

Innigen Trost

fanden

suchende Hände,

beschützend umgeben,

mit Wärme bedacht!

 

Sorgsam geleitet

in haltlosem Leben,

geborgen

ganz zärtlich

und verhüllt in die Liebe -

 

- begleitet

so sicher

durch das Dunkel

der Nacht,

 

Januar 2013

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Stille der Zeit

 

Der Frühling ist lange vorbei,

die Zeit hat sich selbst eingefangen.

Vorbei die endlos scheinende Kraft des Beginnes,

die sich so verschwenderisch zeigte.

 

Die Zeit des Sommers ist vergangen,

Laub liegt zu meinen Füßen.

Es knistert und raschelt bei meinen Schritten,

so wie einst die Wünsche im Herzen,

manche sind erfüllt, manche blieben ungehört.

 

Nun hat sich die Zeit verlaufen,

sie eilt mir stetig davon.

Ich schaue in den Spiegel des Lebens

und entdecke das Grau eines langen Alltags,

es mischt sich in Zarten Strähnen in mein Haar.

Mein Lachen und mein Weinen

hat seine Sprache in mein Gesicht geschrieben.

 

So geht die Zeit ihre eigenen Wege

und nichts kann sie aufhalten.

Der Herbst verlockt mit seinen kraftvollen Farben

und den kostbaren Früchten der Reife und Erfahrung.

Jedoch so trügerisch in der Verlockung und im Versprechen,

diese Zeit des geruhsamen Glückes,

ist sie so bitter verbunden

mit der Traurigkeit des Abschiedes.

 

Die Zeit, sie wird entlaufen,

ich umarme den Beginn der Kälte

und des dunklen Lichtes.

                                                                                                                                          Nun trete ich dem Winter entgegen

                                                                                                                                                                     und spüre dabei die Wärme vergangener Tage

                                                                                                                                                                                   und der kostbaren Liebe in mir

                                                                                                                                       und gehe sicher und geborgen

                                                                                                                                       in die Stille der Zeit.

 

                                                                                                                                       April 2012

 

                                                                                                                                                                                  Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas

 


An einem Regentag

 

Wolken,

wollt ihr immer weinen,

tränennass

vom Himmelszelt?

 

Regen,

langsam füllst du Flüsse,

bersten bald,

ertränkst die Welt!

 

Und die Vögel

in den Lüften

rufen es ins Grau hinein:

"Himmel,

du sollst wieder scheinen!

Schenke uns Licht

und Sonnenschein!"                                                                                                                                      

 

Mai 2011

 

Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas


Das Blatt

 

Von zarten Fäden sanft umschlungen,

kaum sichtbar und so fein gesponnen,

wiegt sich ein Blatt im Wind.

Es flüstert leise, ganz versonnen:

"Ich bin so frei, so frei mein Kind!

 

Und keiner wird es je wohl wagen,

denn niemand darf mich nehmen, binden,

gehöre mir nur selbst allein!

Seht mich hier tanzen, zart mich winden,

so schön kann nur die Freiheit sein!"

 

Die Sonne scheint vom weiten Himmel

und golden strahlt das Blatt im Lichte.

Es spielt und schaukelt weiter froh:

                                                                                                                                                                                            "Bin nun getrocknet, fast zunichte,

                                                                                                                                                                                             und weile jetzt, ich weiß nicht, wo!

 

                                                                                                                                                                Was wird jetzt wohl mit mir geschehen?

                                                                                                                                                                Den unbekannten Weg muss ich beschreiten,

                                                                                                                                                                doch freu´ ich mich auch weiterhin.

                                                                                                                                                               Der Schutz des Himmels wird mich leiten,

                                                                                                                                                                bis ich dann wohl woanders bin.

 

                                                                                                                                                                 Der Kreis des Lebens will sich schließen,

                                                                                                                                                                  um Kraft der Erde neu zu geben,

                                                                                                                                                                  zerfalle ich in tiefste Tiefen nun hinein,

                                                                                                                                                                  als Nahrung für ein neues Leben,

                                                                                                                                                                   erwecke ich alsbald den jungen Keim!"

 

                                                                                                                                                                   Oktober 2010

 

                                                                                                                                                                                                                          Text und Fotografie © Helga Jaramillo Arenas